Schmoren im eigenen Saft

gilt ja als besondere und dabei schonende Methode Essen zuzubereiten. Im wissenschaftlichen Bereich ist es dann doch eher negativ besetzt. Das Thema liegt mir prinzipiell schon lange auf der Zunge, um mal im nahrhaften Sprachgebrauch zu bleiben. Schuld daran ist – natürlich – Klaus Graf mit seiner vielzitierten „Die Open-Access-Heuchelei der Bibliothekare“ (z.B. hier, hier, hier oder hier). Denn eigentlich hat er ja ins Schwarze getroffen.

In der neuen BuB ist genau dieser Sachverhalt neu zu bestaunen, gleich in zweifacher Ausführung: „Handbuch Bestandsmanagement“ und „Platzierung und Präsentation der Medien“. Ersteres Werk wird von Dirk Wissen besprochen – was lustig ist – denn ausgerechnet die unter seiner Leitung stehende Bibliothek besticht durch die Möglichkeit auf Anfrage mal eben rassistisches, rechtsextremes und menschenverachtendes Machwerk in den Bestand zu bringen – Frankfurter Bestandsaufbau wenn man so will (*Ultrà Biblioteka* berichtete ja bereits über einen längeren Artikel im Blog “Lauter Bautz’ner”).

Vielleicht bringt uns das neue Buch zum Bestandsmanagement ja weiter. Ich werde es so schnell nicht erfahren, denn knapp 50€ sind mir ein wenig viel zu abartig sehr teuer. Warum dann immer dieses hochtrabende Open-Access-Geschwafel und das Gejammer über zu hohe Zeitschriftenpreise etc. etc. etc. Wenn der eigene Berufsstand kein Interesse am Teilen der Erkenntnisse hat, dann soll er auch nicht wohlfeil daher reden. Das gleiche gilt für das zweite in der BuB vorgestellte Buch. Das gleiche gilt z.B. auch für „Bibliotheksgesetzgebung : ein Handbuch für die Praxis, insbesondere im Land Baden-Württemberg. Das gleiche gilt auch für „Das Handbuch Forschungsdatenmanagement“ – ach nee, die Potsdamer Kollegen haben das ja auch so hinbekommen…

DonBib

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