Tag der Medienkompetenz 2012 – ein kurzer Bericht

Nach der Fahrt mit dem ICE-Sprinter (3:04 Stunden von Hamburg Hbf bis Düsseldorf Hbf – was man gut verschlafen kann) ging es gegen halb 10 auch schon mit der Anmeldung los. Passend zum Landtag folgte ein „ausführlicher“ Sicherheitscheck: der Rucksack wird durchleuchtet und man selbst musste durch den Metalldetektor.
Eine Stunde nachdem ich da ohne Probleme durchgekommen war, habe ich dann auf der Suche nach einem Stift in meinem Rucksack noch zwei Metallgabeln gefunden – Reiseutensilien der Fahrt nach Wien. Wieso ich damit überhaupt durch kam weiß ich nicht, denn zwei Stunden später sollte schon der erste Grüßaugust des Staates da sein – Herr Gauck. Offensichtlich ging man aber nicht davon aus, dass ich mit zwei Gabeln bewaffnet auf Bundespräsidentenjagd gehen könnte – aber zurück zum Thema.

Der Tag begann, im Plenarsaal des Landtages, mit der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Dr. Angelica Schwall-Düren (Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien NRW) – mit dem üblichen Begrüßungsblabla. Bis zur Mittagspause war dann Zeit, die verschiedenen Stände zu verschiedenen Themen zu besuchen. Drei Stände sind mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben:

Nach der Mittagspause hatte man die Möglichkeit an drei parallel ablaufenden Debatten teilzuhaben: vertrauen, teilhaben und schließlich jene Debatte an der ich teilnahm – lernen. Leider war die Präsentation einer der Referentinnen (Dr. Paula Bleckman) mit einem unsäglich dramatisierenden Duktus unterlegt, der mir sehr bekannt war. Die Lösung fand sich bei ihrem Arbeitgeber: das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V., geleitet von ihrem Direktor Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Dessen Ergebnisse sind zwar oft medial viel besprochen, haben aber eine grundlegende Ausrichtung: wir wählen die schlimmstmögliche Annahme, erklären sie zur allgegenwärtigen Gefahr und bieten als Lösungskonzepte alte pädagogische Konzepte an – so auch Frau Bleckman.
Die Diskussion mit ihr erinnerte mich dann auch eher an meinen eigenen Berufsstand. Insofern war ihr Vortrag gut um die eigene Argumentationsstruktur zu überprüfen, aber sonst unbrauchbar. Ihr gegenüber stand Prof. Dr. Marci-Boehncke, Professorin für Elementare Vermittlungs- und Anwendungsaspekte im Fach Deutsch/Literaturwissenschaft an der TU Dortmund, mit einem hervorragenden Vortrag. Die Positionspapiere der beiden Rednerinnen finden sich hier.

Kurze Anmerkung: Überhaupt ist – der Veranstaltung entsprechend – die multimediale Aufarbeitung des ganzen Tages herausragend.

Nach der Kaffepause, mit unglaublich leckerem Kuchenangebot, folgte eine Abschlussrunde im Plenarsaal mit Abgeordneten des Landtags. Hier wurden – sehr launig moderiert von Ralph Caspers – alle Themen und Diskussionen noch einmal vorgestellt – u.a. mit kurzen Einspielern – was ein sehr gelungener Abschluss war.

Der bibliothekarische Anteil war – da bin ich sicher wieder zu kritisch – langweilig. In der Ecke mit nem Ebook-Reader sitzen fand ich ein Mü wenig, aber gut.

Was man insgesamt gut sehen konnte war, dass sich extrem viel bewegt – außerhalb des Bibliothekswesens.
Es könnte der Bibliothekswissenschaft eine Lehre sein (Wortspiel für Anfänger), dass zur Medienkompetenz nicht nur das Wissen um die Funktionalität von Technik gehört.

DonBib

PS Ich habe das Live-Hacking vergessen, dass während der Präsentationsphase der Aussteller stattfand – sehr interessant, was die Menschen so an Passwörtern haben und was man so für WLAN-Daten mit sich rumträgt, ganz unabhängig von gekaperten Bahn- und Lufthansaangeboten und der damit verbundenen Erklärung: Ab wann sollte https eingesetzt werden. Die Bahn und die Lufthansa beginnen nämlich erst nach dem „Bezahlen-Button“ damit.

PPS Noch ein Link zu einem großartigen Projekt, den Medienscouts NRW: KLICK MICH

 

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