Zur Studie „Das Image von Bibliotheken bei Jugendlichen“ – Kritik in zweierlei Hinsicht

In der aktuellen Ausgabe der BuB (2013|02), mit dem Schwerpunkt: „Was ist Bibliothek?“ (nicht wie fälschlich auf der Homepage angegeben „Schulbibliotheken“), findet sich ein Aufsatz von Prof. Kerstin Keller-Loibl mit dem Titel „Auch eine Hängematte wäre toll“. Darin beschreibt die Studiendekanin Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HTWK Leipzig erste empirische Befunde der Studie „Das Image von Bibliotheken bei Jugendlichen“ und daraus abzuleitende Konsequenzen.


Beim Lesen des Aufsatzes habe ich mich durchweg gefragt, inwiefern denn das dort beschriebene Bild der Bibliotheken bei Jugendlichen und damit die bestehenden Wünsche nach Veränderung der Bibliothekeinrichtung, der Aufenthaltsqualität, des Medienangebots usw. in einem Zusammenhang mit fehlenden Freizeiteinrichtungen für Jugendliche steht.

  • Verweigert nicht die Gesellschaft (also die Mehrheit von WIR) – und vielerorts ist dies schlicht ein Fakt – den Kindern und Jugendlichen adäquate Freizeiteinrichtungen?
  • Verändert dieses Fehlen entsprechender Angebote möglicherweise die Ergebnisse der vorliegenden Studie, wenn Jugendlichen demonstriert wird so was könne es auch in Bibliotheken geben?

Darauf hätte ich gerne eine Antwort gefunden, denn darin steckt bereits die erste Kritik: Ich gehe davon aus, dass hier monokausal geforscht wurde. Meine Annahme ist also, dass man versucht hat herauszufinden was Jugendlichen an Möglichkeiten für ihre Freizeitgestaltung fehlt und dies den Möglichkeiten von Bibliotheken gegenübergestellt hat. Daran ist prinzipiell nichts auszusetzen. Wir können uns gerne über die Frage unterhalten, inwiefern das Aufgabenspektrum Öffentlicher Bibliotheken verändert werden muss. Dabei muss aber beachtet werden, ob das gesellschaftliche Umfeld tatsächlich Jugendfreizeiteinrichtungen in die Bibliotheken übertragen möchte. Zumindest muss man auch das Umfeld der Befragten Jugendlichen daraufhin untersuchen. Deshalb wollte ich von der Autorin wissen, ob es möglich sei die Rohdaten der Studie, den Interviewleitfaden der qualitativen Interviews und die Struktur und die Grundgedanken der Befragung bei schülerVZ zu erhalten.

Die Antwort: klar, die stehen im Anhang des Buches!

Der freie Zugang zu Informationen,
der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur
und die freie Verfügbar- und Nutzbarkeit von Daten
– diese drei Ansätze, auf die sich die Bibliothekswelt beständig beruft und versucht sie in die Welt zu tragen, in Leizpig kennt man sie offensichtlich nicht!

DonBib

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