Bitte um Unterstützung I – BIB MitgliederInnenversammlung

Am 3. Juni 2014 findet von 10.30 bis 13.30 Uhr im Raum Focke-Wulff-S aal (200) die MitgliederInnenversammlung des Berufsverbandes Information Bibliothek e. V. (BIB) im Rahmen des 103. Deutschen Bibliothekartages in Bremen statt. Ich werde unter Tagesordnungspunkt 13 wenigstens zwei möglicherweise drei Anträge einbringen. Den ersten Antrag möchte ich hier kurz benennen, begründen und um Unterstützung bitten.

Antragstext (vorläufig):

Die MitgliederInnenversammlung möge beschließen, dass sich der Vorstand des BIB für eine transparente Gestaltung kommender Bibliothekartage einsetzt, wobei transparent hier bedeutet: Schaffung einer Struktur, die

  1. alle eingereichten Abstracts zu einem Bibliothekartag öffentlich sichtbar macht (und dabei ggf. anonymisiert),
  2. eine Abstimmungsstruktur für die eingereichten Abstracts schafft,
  3. und letztens ggf. eine öffentlich sichtbare Bewertungsform erarbeitet.

Begründung:

Bibliothekarische Arbeit setzt sich u.a., nimmt man die gängigen ethischen Grundsätze zur Hand, für die Schaffung von Informationszugängen aller Art und Transparenz aus. Gleichsam verkünden bibliothekarische Institutionen jeder Art ihr Engagement für Open Access. Im Sinne des fachlichen und kollegialen Austauschs scheinen diese Grundsätze nicht zu gelten. Für die Bibliothekstage eingereichte Abstracts werden in einem für die Fachöffentlichkeit intransparenten Verfahren beurteilt. „Qualitätskriterien“ sind dabei weder offen sichtbar, da sich keine Nachvollziehbarkeit herstellen lässt, noch Teil einer fachlichen Diskussion. Zudem führt dieses Verfahren zu ineffizienten Planungsstrukturen für die Großveranstaltung Bibliothekstag.

Änderungsvorschlag:

Nach dem Ende der Frist zur Einreichung von Abstracts sind diese so zu veröffentlichen, dass jeweils ein Austausch über Form und Inhalt möglich wird. Es muss also eine offene Diskussionsmöglichkeit mit den AutorInnen der jeweiligen Abstracts möglich sein, einschließlich einer Bewertungsform. Aus den Diskussionen und den dabei entstandenen Bewertungen ergibt sich automatisch oder in einem noch zu definierenden Verfahren eine vorläufige Menge an Vorträgen, die bei KollegInnen auf Interesse gestoßen sind bzw. für definitiv in großem Rahmen diskussionswürdig erachtet werden. Hieraus ergibt sich zugleich die bestehende InteressentInnenmenge, die für die spätere Raumplanung grundlegend ist. Vorteil des Verfahrens ist die Motivationsförderung mittels der Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten und der transparenten Diskussion mit den KollegInnen und zugleich eine gewisse Planungssicherheit für die Raumplanung. Nachteil des Verfahrens ist ganz sicher die Tatsache, dass die KollegInnen grundlegend Engagement zeigen müssen, um ein interessantes Angebot zu schaffen (was ich natürlich gar nicht als Nachteil betrachte).

Ich bitte Euch / Sie um Unterstützung!

DonBib

PS Die Form der Umsetzung ist eine erste Idee, der Antrag selbst wird allenfalls sprachlich angepasst, aber definitiv eingebracht.

Nachtrag 28.05.2014 00:01 Uhr

Weil ich befürchte, dass Punkt 2: „eine Abstimmungsstruktur für die eingereichten Abstracts schafft“ mißverstanden werden kann folgende Erläuterung: es geht ausschließlich darum, dass 1. die Ideen der Abstracts einreichenden KollegInnen sichtbar sind – alle Ideen-, 2. die Entscheidungsfindung zur Auswahl der entsprechenden Vorträge transparent wird und 3. die Interessenlage beteiligter Personen transparent gemacht wird und aber auch die Interessenlage des Fachpublikums und/oder auch des Nichtfachpublikums (das ja auch mal dabei sein sollen könnte wollte etc.) sichtbar wird. Ich formuliere den Antrag noch entsprechend klarer um.

8 Gedanken zu “Bitte um Unterstützung I – BIB MitgliederInnenversammlung

  1. Der Antrag erhält auch meine volle Unterstützung. Über die Umsetzung der Bekanntmachung, also die Kommunikationswege, muss man dann natürlich nochmal separat beraten (bspw. zusätzliche Veröffentlichung der Anträge in der BUB für die nicht webaffinen Kollegen/innen).
    Da ich am Dienstag allerdings nicht da bin um den Antrag vor Ort zu unterstützen, wäre meine Frage ob es die Möglichkeit gibt irgendwas schriftliches hierzu einzureichen. Weiß hier jemand eine Möglichkeit?

    • Für den Abdruck dieses Antrages in der BuB, Stichwort Tagesordnung etc., ist die Einreichungsfrist schon laaaaaaaaaange verstrichen. 🙂 Der Ansatz ist halb geplant und halb spontan entstanden und ich werde am Montag die entgültige Formulierung noch Richtung forumoeb und inetbib versenden. Den Rest, also die nicht webaffinen KollegInnen, muss ich dann wohl in der Sitzung überzeugen.

      DonBib

      • Da habe ich mich wohl ein wenig missverständlich ausgedrückt. 🙂

        Meine Anmerkung zur BUB bezog sich auf eine Möglichkeit der Transparenzgestaltung, d. h. wenn der eingereichte Antrag angenommen wird, sollte man darauf achten, das was transparent gemacht werden soll, auch in der BUB zu veröffentlichen. Dabei dient diese Bekanntmachung nicht der Diskussion, sondern einfach der Vergrößerung der Bekanntmachung und kann, mit entsprechenden Hinweisen, auch als Aufruf zu einer Diskussion über die transparent gemachten Anträge verstanden werden.

        Ich war in diesem Sinne schon gedanklich einen Schritt weiter. Vielleicht auch schon einen Schritt zu weit, da ein entsprechender Antrag zur Transparenz erst angenommen werden muss. 🙂

  2. … vielleicht kann man den Antrag – den ich recht gelungen finde – noch ergänzen und bei der Diskussion folgendes berücksichtigen:
    ad 1: finde ich es trotzdem gut, das Gutachterverfahren, was es bisher (seit 2 Jahren) gibt, beizubehalten, und die ‚webbasierte Meinungsfindung‘ in die Gutachterentscheidungen einzubinden: Allerdings sollte es möglich sein, sich auf Gutachterfunktionen zu den Themenkreisen zu bewerben (ebenso wie auf die Moderationen) und auch hier sollte eine größere Transparenz erfolgen: zumindest den Einreichern sollte mit entspr. Kommentaren die Bewertung zugeführt werden: und zwar die gemittelten Wertung der Gutachter und die Entscheidung der Programmkommission – hin auch zu begründeten Ablehnungen, was aber ein höhere Kritikfähigkeit bei den Einreichenden erfordert und den Mut zu kritischen Diskussionen und zu kritischem Feedback der Programmkommission….
    2. BUB eignet sich für die Diskussionen und die Kommunikationen nicht – die Spanne vom Einreichen der Abstracts über die Begutachtung, die Sitzung des Programmkommittees und die Benachrichtigung bis hin zur Veröffentlichung ist m.E. ohnehin zu lange – im Herbst/Winter eingereichte Vorschläge dann im Juni zu halten ist doch auch schwierig…. bzw sich da schon zu entscheiden, was denn aktuell ist und welches Projekt präsentationswürdig
    3. Ein vergleichbarer Antrag sollte dann von wem auch immer im vdb eingebracht werden. Sonst wird das schwierig mit der Umsetzbarkeit.
    4. zur Info: was v.a. in Absprache mit den Fachstellen informell in Vorbereitung ist für 2015 in Nürnberg bzg. Abstract-Management ist ein Kriterienkatalog und eine Hilfestellung zum Abstract-Verfassen sowie die Überlegung, normierte Tags in das Abstract-Formular einzubinden, die eine zielgruppenspezifischere Suche (die etwas feiner ist als ÖB / WB) ermöglichen – hier sind wir (der BIB) aber noch in der Überlegung…
    5. Ich sass in diesem Jahr zum ersten Mal in der Programmkommission, und mir ist vieles aufgefallen und mir brennt einiges auf den Nägeln – hier wuerde ich auch gerne Feedback erhalten (kritisches) aber auch von den sehr positiven Dingen berichten – gerne im rahmen des BIB Barcamps – ob ÖB oder WB ist mir da egal (ob die Spezifizierung sinnvoll ist, weiss ich auch noch nicht….) – bitte gerne einfach ansprechen oder anmailen….

    • Hallo Herr Becker,

      vielen Dank für Ihre Antwort.

      Zu 1.: es spricht gar nichts gegen das GutachterInnenverfahren selbst. Die Idee ist ja die transparente Darstellung aller Einreichungen, was auch der Kommentar zur Anonymisierung der Anträge beinhalten sollte. Dementsprechend würde ich mir eben auch das Feedback transparent dargestellt wünschen. Die Notwendigkeit ausgeprägter Kritikfähigkeit steht außer Frage, gleichsam bei möglichen GutachterInnen und möglichen EinreicherInnen.

      Zu 2.: Auf die BuB bezog ich mich hier nur wegen der verkündeten Tagesordnung zur MitgliederInnenversammlung des BIB.

      Zu 3.: Ich versuche das anzuregen.

      zu 4.: Danke 🙂

      zu 5.: Ich lese und höre sehr gerne jeden Erfahrungsbericht hierzu.

      DonBib

  3. noch zur Annonymisierung:
    das wird bei den meisten Abstracts nahezu unmöglich – wer einigermassen informiert ist kann über das vorgestellte Projekt oder Thema direkt auf die zwei oder drei potentiellen ReferentInnen schliessen – v.a. sind ja viele Projekte so bibliotheksgebunden, dass mit nicht-nennung der ausführenden Bibliothek oder der Projektpartner etc der sinnhafte Content in den meisten Abstracts verloren ginge…

    Also deshalb sollten eher die Gutachter in ihrem Feedback im Mittelwert und nicht in den Einzelmeinungen an den Einreicher (ob hier eine transparenz gefragt ist sollte dann der Einreichende selbst auch wollen und auswählen können – das steht ja jedem frei… auch bisher – irgendwo zu kommunizieren) weitergereicht werden, ergänzt auch im die Schwarm-Meinung de Programmkommitees.
    Letzteres halte ich für übrigens für unbedingt notwendig, um sinnhaft Blöcke zusammenzustellen und eine fundierte Expertise ausgewählter ExpertInnen und MultiplikatorInnen mit dem organisationalen Erfahrungswissen einzubinden – immerhin stehen die Verbände ja mit ihrem Namen für die dann doch auch bisher recht hohe Qualität der Veranstaltung….

    was ich allerdings für recht illusorisch halte ist eine wirklich funktionierende Raumplanung – die kann m.E. nur möglich sein über das dann (ohne Räume) stehende Programm – egal, dazu mehr mündlich….

    TB

    • zur Anonymisierung: das ist sicher richtig. Möglicherweise ergibt sich aber ja eine Idee, die Sie und ich noch gar nicht auf dem Schirm haben. Insofern kann so ein Antrag ja auch erstmal selbst Ideengeber sein. Was auch immer als kaum praktikabel erscheint, kann in späteren Diskussionen ja ausgeschlossen oder überarbeitet werden.

      Zur Qualität der gesamten Veranstaltung, da bin ich ganz ehrlich, gibt es viele verschiedene Meinungen und insbesondere die sehr engagierten KollegInnen (was natürlich nur meine subjektive Interpretation ist) betrachten doch Bibliothekstage bzw. -kongresse fast ausschließlich als Ort zum netzwerken. Das spricht offen gesprochen nur bedingt für die Qualität, entspricht aber leider, oder auch nicht leider, auch meiner Erfahrung. Einen Ruf als den Berufsstand inhaltlich und die Motivation betreffen antreibende Veranstaltung haben weder die Bibliothekskongresse, noch die Bibliothekstage. Aber das ist ein anderes Thema, wenngleich ich Gründe dafür auch in der noch nicht vorhandenen Verfahrenstransparenz sehe.

      Zur Raumplanung: vorsichtig formuliert würde ich aber auch hier annehmen, dass höhere Transparenz wenigstens Hinweise zur effektiveren Raumplanung schaffen kann – vorsichtiger konnte ich das jetzt nicht formulieren 😉

      DonBib

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