Banned Books Week: 24. September − 1. Oktober 2011

Durch einen aktuellen Artikel im Spiegel bin ich mal wieder auf die „Banned Books Week“ gestoßen. In der (großartigen) Geschichte, die Arthur Conan Doyle 1886 verfasste,

[…] geht es in einer Passage auch um eine erzwungene Heirat im Mormonen-Milieu. Das empfanden die mormonischen Eltern eines Kindes im Bezirk Albermale im US-Bundestaat Virginia als herabwürdigend und beschwerten sich zusammen mit anderen Eltern. Ein Ausschuss der Bezirksschulbehörde gab ihnen recht, das Buch wurde vom Lehrplan der Schule gestrichen. (Quelle: Der Spiegel)

Damit fügt sich diese Geschichte in eine lange Reihe ähnlicher Vorfälle und Vorgänge ein, die die American Library Association bereits 1982 veranlasste die „Banned Books Week“ ins Leben zu rufen. In dieser „Banned Books Week“ soll dem Betreiben Bücher zu verbieten oder zu verbannen öffentlichkeitswirksam entgegengewirkt werden.

Die ALA unterscheidet zwischen Büchern, die „angefochten“ (challenged), deren Verbannung also beantragt wurde und solchen Titeln, die Schulen und Bibliotheken  tatsächlich entfernen. Die tatsächliche Zahl schätzt der Verband mindestens vier bis fünf Mal so hoch ein. Hauptopfer all dieser Beschwerden sind Schulen und Schulbibliotheken (70 %) sowie öffentliche Bibliotheken (25 %).

Haupttäter sind mit zwei Dritteln aller Anträge die Eltern, gefolgt von Bibliotheksbenutzern und Special-Interest-Gruppen. Auch Minderheiten-Vertreter wie die Nationale Gesellschaft zur Förderung Farbiger gehen gegen Bücher vor, die ihrer Meinung nach „nicht zum Selbstbewusstsein afroamerikanischer Schüler beitragen“. Sehr aktiv sind auch christlich-konservative Vereinigungen, wie diverse Lehrer-Gebets-Gruppen. (Quelle: Hoeb4U)

Grund genug auch hier die diesjährige „Banned Books Week“ zu erwähnen, die vom 24. September − 1. Oktober 2011 stattfindet.

Eine Wanderausstellung  mit dem Namen „Banned Books in USA“ wird bis zum Frühjahr 2012 in acht Bibliotheken Hamburgs gezeigt – ein sehr schönes Projekt wie ich finde.

Hier findet sich im Übrigen die „Yearly Lists of Challenged and/or Banned Books“: KLICK MICH!

DonBib

PS Ach ja: auch in Deutschland gibt es Bürgermeister, die ihrem bibliothekarischen Leitungspersonal die Anschaffung bestimmter Werke untersagen!

2 Gedanken zu “Banned Books Week: 24. September − 1. Oktober 2011

  1. Gibt es hierzu Beispiele, die untermauern, dass deutsche Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen dem bibliothekarischen Personal untersagen bestimmte Medien anzuschaffen? Davon habe ich noch nie etwas gehört. Falls ja, wären doch eine „Banned Books Week“ in Deutschland ebenso angebracht.

    • Gibt es. Ganz neu: in der Stadtbibliothek Gaildorf (Baden-Württemberg).
      Außerdem wurde auf dem diesjährigen Bibliothekartag berichtet, dass dieser Zustand des „Bürgermeistereingriffs“ „normal“ sei. Wie und warum das so einfach geht, findest du hier. Insofern wäre eine BBW auch in Deutschland angebracht.

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