KRIBIBI und A k r i b i e – für mehr Engagement

Nach den ersten paar Beiträgen hier auf diesem Blog ist es doch angebracht die Urheber doch einiger (im bibliothekarischen Sinne) kritischer Gedanken hier, wenn auch nicht aller, zu benennen:

Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen
Einerseits also der wunderbare Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) aus Österreich und andererseits unser Gegenstück, der Arbeitskreis Kritischer BibliothekarInnen – Akribie.
Beide Arbeitskreise lieferten mir und auch anderen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren die ich kenne Ideen und Ansichten die es zu vertreten gilt. Allein deshalb sind sie schon zu loben, zu erwähnen und zu bewerben.
KRIBIBI, also den Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare lernte ich im letzten Jahr zu ihrer Herbsttagung kennen. Die Herbsttagung trug die den Titel:

Sind wir nicht alle ein bisschen SpongeBob?
Prekäre Arbeitsverhältnisse – nicht nur – in Bibliotheken Status quo – Kritik – Perspektiven

Auf den Seiten von KRIBIBI findet sich auch eine ausführliche Materialsammlung zu dieser Tagung und den Tagungen davor (u.a. mit den Themen: „Aus Spaß an der Freud“ — Ehrenamt zwischen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung? ; Bibliothek als kritischer Raum ; Angriff auf die historische Erinnerung ; Giftschrank oder Freihand? ; usw. usw.). Man könnte auch sagen: alles Themen die hoch aktuell sind und im bibliothekarischen Kreis dieses Landes quasi gar nicht diskutiert werden – oder kurz: thematisch großartig, hier aber leider tot!

Warum der Kreis der Bibliothekarinnen und Bibliothekare hier so derart unkritisch ist habe ich noch nie verstanden, deshalb ja auch dieser Artikel als Werbung.

Verdeutlichen lässt sich der Unwillen zur kritischen Diskussion vielleicht am einfachsten mit der aktuellen Situation von A k r i b i e. Der Arbeitskreis Kritischer BibliothekarInnen – Akribie – existiert seit 1988 bzw. man muss sagen existierte. Denn auf der Homepage findet sich folgende Aussage:

Nach einer Pause stellt Akribie seine Aktivitäten in der bisherigen Form ein. Leider fanden sich nicht genügend Nachfolger/innen, um die Arbeit so fortzuführen. (Quelle: A k r i b i e)

Für viele sicherlich nicht dramatisch, aber letztlich doch ein sichtbares Zeichen für die aktuelle Diskussion hier. Es ist einfach schade, dass es nicht möglich ist genügen Nachfolger zu finden um die sehr gute Arbeit von A k r i  b i e fortzuführen. Aus eigener Erfahrung muss ich leider auch sagen, dass das bibliothekarische Studium (zumindest jenes das ich durchlief) auch nicht aufforderte oder dazu anhielt kritisch auf den Berufsstand und die Bibliothekswelt zu blicken, von weiterem Engagement außerhalb des bibliothekarischen Raumes mal ganz abgesehen. Es war im Gegenteil sogar so, dass kritische Diskussion u.a. über neue Medien oder RFID usw.  abgewürgt wurden.

Insofern hier also der Hinweis: A k r i b i e hat viele sehr gute Publikationen verfasst, die zum Nach- und Weiterdenken anregen und bei KRIBIBI findet man ein bis zwei mal im Jahr die Gelegenheit mit kritischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zu diskutieren, ich kann nur sagen: es erholt und streichelt die Seele!

Insofern vielen Dank dafür und macht weiter so – und bei A k r i b i e gucken wir mal was die Zeit an jungem Nachwuchs bringt 😉

DonBib

2 Gedanken zu “KRIBIBI und A k r i b i e – für mehr Engagement

  1. Hier sei vielleicht der Hinweis gestattet auf ein amerikanisches Pendant in Form einer Zeitschrift (die leider auch an Aktivität verloren hat…):
    Progressive Librarian: http://libr.org/pl/

    Besonders interessant finde ich den Ansatz von Jack Andersen: „Information Criticism“. In: Progressive Librarian, no.25 (2005): http://libr.org/pl/contents25.html

    Eine schöne Sammlung von Essays aus der Zeitschrift ist erschienen als:
    Lewis, Alison M. 2008. Questioning library neutrality: essays from Progressive librarian. Duluth, Minn: Library Juice Press.

    Viele Grüße
    Hans-Christoph Hobohm

    PS es fehlt hier eine About-Seite, in der die Namen der Autoren stehen (Grundprinzip der Kritik, nicht anonym zu sein!)

  2. Ein erster Hinweis: mit Akribie ist es nicht gänzlich aus. Der alte Kreis ist zerfallen, ein Neuer Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen entwickelt sich aus dem harten Kern und bibliothekarischen Nachwuchs-KritikerInnen. Eine neue Website wird aufgebaut, die alten Inhalte gesichtet und neue Themen hineingenommen. Die Diskussion wird demnächst eröffnet.

    Die Vorbereitung einer Veranstaltung auf dem nächsten Bibliothekstag in Hamburg läuft. Wie in den vergangenen Jahren wird es auf einer öffentlichen Arbeitssitzung Gelegenheit geben zu kritischer
    bibliothekarischer Reflexion, dieses Mal über die derzeitige Ausbildung und die gesellschaftliche Verantwortung der Bibliotheken.

    Etwas versteckt findet sich auf der alten Website – unter: Wer wir sind und Kontakt – auch der Hinweis, dass man sich bei weiterem Interesse an kritischer Bibliotheksarbeit auch an mich wenden möge. Ich bitte darum.

    Frauke Mahrt-Thomsen

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