Heute mal was Schönes!

Nach den ganzen nicht so richtig schönen Dingen über die man sich gerne aufregt, dann aber trotzdem thematisiert, heute mal etwas Schönes. Beim Blättern durch Homepages von Öffentlichen Bibliotheken (ein schönes Hobby!) ist mir die Seite der Stadtbibliothek Stadtilm aufgefallen. Nicht so sehr weil sie so großartig aufgemacht ist (wobei es für eine statische Seite ganz ok ist) sondern wegen der Beschreibung der eigenen Bibliothek:

Das Wissen der Bibliothek, ihr Bestand an Büchern, Datenbanken, Zeitschriften, DVDs und CDs ist für alle da. Und wer zu Hause keinen Internetzugang hat, benutzt den der Bibliothek, um im Netz nach dem Job des Lebens, einem Date für den Abend oder der Quellenangabe für die Diplomarbeit zu suchen. Jeder kommt, jeder kann sich frei bedienen, hat Zugang zu allen möglichen Informationen. Das ist ganz alltägliche Informationsfreiheit – und die ermöglicht Meinungsvielfalt. Demokratie eben. (Quelle: Homepage der Stadt Stadtilm)

Kann man es viel schöner sagen? Demokratie eben. Ich finde nicht und deshalb ein dickes Lob an dieser Stelle!

Bei Demokratie fällt mir dann gleich noch was ein:

Am 9. November 2011 wird der Sächsische Förderpreis für Demokratie zum nunmehr fünften Mal verliehen. Ausgeschrieben wird der Preis von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung. Eine Bewerbung ist bis zum 16. September möglich. (Quelle: Homepage des  Sächsischen Förderpreis für Demokratie)

Weiterhin steht auf der Homepage:

Wir freuen uns über Bewerbungen von Vereinen, Schulen, Kommunen, Bündnissen und Initiativen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus oder Rechtsextremismus und für Menschenrechte und eine Stärkung der demokratischen Kultur einsetzen. (Quelle: Homepage des  Sächsischen Förderpreis für Demokratie)

Da denke ich doch irgendwie sofort: Mensch, da müssten sich ja hunderte Bibliotheken beworben haben, die ja alle Aktionen zur Wahrung der Demokratie unterstützt oder selbst initiiert haben (abgesehen davon, dass man einfach existiert). Oder etwas nicht? Es sind auf jeden Fall noch zwei Tage Zeit! Dafür müsste man sich als Einrichtung natürlich als Förderer der Demokratie verstehen und nicht als Medienverleihstation. Wie weit dieses Verständnis verbreitet ist und wieviele Bibliotheken sich engagiert haben, wird man ja daran ablesen können wieviele Bibliotheken sich beworben haben (eine Anfrage ist gestellt).

In der Erklärung welche Kriterien eine Bewerbung für den Preis mitbringen muss stehen fast ausschließlich Punkte, die mir als Bibliothekar und vielen die ich kenne quasi ins Stammbuch geschrieben stehen:

Die Bewerbungen sollten eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Stärkung einer demokratischen Alltagskultur
  • offensive Auseinandersetzung mit Themen wie Menschenrechte und Minderheitenschutz, Ursachen und Folgen von Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus
  • Unterstützung von Opfern rechtsextremer Gewalt
  • Förderung der Zusammenarbeit mit Schulen, Kommunen, Polizei, lokalen Unternehmen und Kirchengemeinden
  • im Unternehmen: Einstehen für ein Betriebsklima, das Rassismus und Diskriminierung ächtet

(Quelle: Flyer zum Sächsischen Förderpreis Demokratie 2011)

Ich hoffe man kann auch zukünftig mehr Bibliotheken und mehr Bibliothekarinnen und Bibliothekare dazu anregen sich deutlicher zu engagieren – mit und in ihrer Einrichtung!

Warum dieses Engagement so nötig ist steht in der Erklärung, warum dieser Förderpreis überhaupt existiert:

Schon seit Jahren versuchen rechtsextreme Gruppen gezielt, ihre Kräfte in Sachsen zu bündeln und prägen ein zunehmend antidemokratisches Klima. Rechtsextremismus hat sich hier über lange Zeit entwickelt und verfestigt. Teilweise haben sich Strukturen etabliert, die es immer mühsamer machen, sich für die Werte der Demokratie, Weltoffenheit und die Anerkennung der Menschenrechte einzusetzen. (Quelle: Flyer zum Sächsischen Förderpreis Demokratie 2011)

Also bewerbt euch zukünftig, engagiert euch, macht mit!

Danke für den Hinweis an LeoT

DonBib

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