Nur Bares ist Wahres – oder – jeder für sich, keiner für alle

Durch den Blog „Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW“ bin ich auf eine eigentlich bestimmt sehr schöne Sache aufmerksam gemacht worden:

Schulbibliotheken: Leseförder-Curriculum der Stadtbücherei Frankfurt

Für die Hand von Bibliothekar/innen, Ehrenamtlichen und Lehrer/innen, die sich in der Schulbibliothek engagieren, hat die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle | sba eine Loseblattsammlung zur Leseförderung herausgegeben. Dieses sba-Curriculum enthält neben Bibliothekszielen – für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 – über 50 ausgearbeitete Beschreibungen von Aktivitäten und wird dadurch zum vielseitig einsetzbaren Baukastensystem. Wie Bibliothekseinführungen für die einzelnen Klassenstufen aussehen können, findet man darin genauso wie die Beschreibung von ABC-Spielen, Book-Slams, Bücher-Bingos, Lesetür-Wettbewerben u. v. m. Alle Beispiele wurden in Schulbibliotheken des sba-Verbundes erprobt und haben ihren Praxistest bestanden.
(Quelle: Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW)

Bis dahin war ich doch durchaus begeistert. Dann aber durfte ich auf der Homepage der „Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle“ lesen:

Schulen in Frankfurt erhalten das sba-Curriculum kostenlos. Weitere Interessenten, Schulen und Bibliotheken außerhalb Frankfurts können es gegen Zahlung in Höhe von EUR 25,- inkl. Porto und Versand erwerben.
(Quelle: Homepage der „Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle“ auf frankfurt.de)

An dieser Stelle fällt mir die dezente, freundliche und immer wieder gern genommene Überschrift von Klaus Graf ein:
„Die Open-Access-Heuchelei der Bibliothekare“ (siehe HIER). Warum muss ich mir als interessierter Kollege jetzt 25€ aus dem Kreuz leiern für das Arbeitsergebnis einer staatlich finanzierten bibliothekarischen Arbeitsstelle? Ist so etwas wirklich sinnvoll für die zukünftige (Weiter-) Entwicklung dieses Berufsstandes? Von mir aus kann man ja gerne die Printversion für 25€ so anbieten, aber sollte nicht auch eine digitale Variante kostenfrei möglich sein?

Ich habe gleich mal per Mail angefragt, mal gucken was für eine Antwort ich bekomme.

DonBib

1 Gedanke zu “Nur Bares ist Wahres – oder – jeder für sich, keiner für alle

  1. Zu diesem Thema fällt mir doch glatt die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen ein. Hier heißt es in den AGBs zur Publikationsbestellung: „Bestellungen sind leider ausschließlich für Bürgerinnen und Bürger in Sachsen möglich.“

    Müssen eben die Nichtsachsen auf Titel wie: „Partizipation von Kindern und Jugendlichen“, „Gewaltprävention und Schulentwicklung“ oder „Oberlausitz. Kulturlandschaften Sachsens“ … verzichten. Ein Quatsch.

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