Ich möchte gerne in einer Bibliothek arbeiten

Mit diesen Worten suchte gestern wohl jemand nach Informationen über die Arbeit in Bibliotheken und landete auf diesem wunderschönen Blog. Eigentlich hatte ich nun überlegt es einfach nur so zu posten, vielleicht mit einem Augenzwinkern. Dann habe ich aber noch mal überlegt, womit wir eigentlich für Bibliotheken werben. Hinzu kam dann noch eine Dokumentation des WDR: „Lass dich verführen – Warum wir kaufen, was wir kaufen“ (ein Film von Nicola Graef), die ich vor einigen Tagen in der ARD Mediathek gesehen habe.

Dort wurden zum Teil sehr interessante Fragen gestellt, die vor allem auch auf Bibliotheken ausgerichtet und umformuliert spannend sind:

  • Was verbindet man mit Bibliotheken?
  • Welchen Stellenwert besitzen Bibliotheken im Alltag?
  • Welches Lebensgefühl „verkaufen“ wir?
  • Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Bibliotheken in verschiedenen Altersgruppen?
  • Werden Emotionen mit Bibliotheken verbunden?

Alles altbekannte Fragen, auf die es bereits einige Texte, Ideen und Konzepte als Antwort gibt. Andererseits ist festzuhalten, und Barbara Schleihagen hat es in ihrem Vortrag beim Bibliotheksleitertag (der Name ist und bleibt dämlich und überholt) 2012 am 11. Oktober 2011 in Frankfurt erneut benannt:

„vier Fünftel der Einwohner der BRD über 14 Jahre nutzen keine Bibliotheken (mehr) [„Lesen in Deutschland 2008“]“
(Quelle: bibliotheksleitertag.de, der Vortrag als PDF findet sich HIER)

Insofern kann man durchaus feststellen, dass es bis heute keine gute und einheitliche Wahrnehmung der „Marke“ Bibliothek gibt. Ich sehe es als gegeben, dass wir dies ändern müssen um nicht im Rahmen verschiedener Kürzungsorgien am Staatshaushalt immer der erste Ansatzpunkt für den Rotstift zu sein. Ein Markenkern der „nur“ aus der Bereitstellung von Informationen und der Vermittlung von Recherchekompetenzen besteht wird nicht reichen. Man muss also, im Rahmen der Diskussion um das Verständnis von Bibliotheken als Bildungseinrichtung, das ganze Konstrukt Bibliothek weiter denken, vielleicht z.B.:

  • VHS und Bibliothek nicht nur unter einem Dach sondern in einer Institution
  • Sozialarbeit in, aus und durch Bibliotheken
  • Demokratiepädagogik in Bibliotheken
  • usw.

Klingt nach viel Arbeit, ist es auch. Ich persönlich (nicht alleine) beschäftige mich mit dem dritten Punkt der Aufzählung und hoffe zum Bibliothekstag 2012 schon ein bißchen präsentieren zu können.

Für Interessierte hier noch ein ganz kleiner Hinweis auf ein paar interessante Texte zur Marke Bibliothek:

  • Elkle Bernsee: Bibliothek als Marke : Chancen und Problemfelder des identitätsorientierten Markenmanagments (PDF)
  • Frauke Schade: Markenkommunikation für Öffentliche Bibliotheken (Vortrag, PDF)
  • Babara Schleihagen: Studie zu Gründen und Ursachen der Nichtnutzung von Bibliotheken (Vortrag, PDF)
  • Interview mit der IFLA-Präsidentin Claudia Lux und der BID-Sprecherin Barbara Lison: Marke „Bibliothek“: Kunden sind unsere Lobbyisten (PDF)

DonBib

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