Was machen die Zahlen?

Das aktuelle Heft der BuB (Ausgabe 04/2012) hat den Schwerpunkt „Soziale Medien“. Viele neue Ansätze waren aus meiner Sicht dort jetzt nicht zu entdecken. Sichtbar war aber was nicht sichtbar war: Zahlen! Der Sinn und Unsinn wird sehr ausführlich diskutiert, allein was fehlt sind die Belege. Was die Diskussionsansätze angeht gefällt mir der Beitrag von Dirk Wissen sehr gut, denn er stellt die Frage nach der Rechtmäßigkeit der primären Nutzung von Facebook als Kommunikationsweg oder kurz: wenn schon, warum dann NUR (oder fast NUR) Facebook? Diese Frage ist ja letztlich eine grundsätzliche, nämlich die Frage nach dem Umgang mit externen gewinnorientierten Partnern (auch Bertelsmann ist ein Schlagwort an dieser Stelle).

Aber zurück zu den Zahlen. Ich wundere mich schon sehr, warum in der ganzen Diskussion die Zahlen fehlen:

  • Wo bleibt der Verweis auf Analysen zur Reichweite?
  • Was bedeuten die Zahlen, die z.B. Facebook heraus gibt?
  • Wie groß ist der Anteil an Systembeteiligten innerhalb der Messung, d.h. wieviel Prozent der täglichen Nutzerinnen und Nutzer sind andere bibliothekarische Einrichtungen oder Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter selbst? Ist diese Frage überhaupt wichtig?
  • Was nutzt eine Seite wie „BibCharts„, die bei mir nun irgendwas zwischen stirnrunzeln und grinsen verursacht, da ich die Auflistung geradezu absurd finde?

Insgesamt bleibt die Diskussion (mit den Worten eines Profs. während meines Studiums, als Variante Studierenden ihre schlechte Note zu erklären): deskriptiv.

Ich bin ein wenig ermüdet ob der wiederkehrenden Argumente. Ein Themenschwerpunkt „Soziale Medien“ ist völlig richtig, aber so hat es nur zur einmaligen Badewannenlektüre gereicht.

DonBib

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