Langweilige Aufregung um BIBLIOTHEKSDIENST bei De Gruyter

Einen kurzen Kommentar zur aktuellen Debatte um die sogenannte „Presse-Information“ von Ulrike Lippe, Manager Public Relations bei DE GRUYTER, kann ich mir nicht so richtig verkneifen. Fast alle bisher geschriebenen Kommentare zum Thema kann man irgendwie unterschreiben und als irgendwie richtig bezeichnen. Trotzdem finde ich den Großteil langweilig. Einzig die kurze und knappe Aussage von Lambert Heller hat etwas konsequentes:

Jetzt ist rascher Open Access ganz aus „Bibliotheksdienst“ draussen – und damit ich als Autor aus „Bibliotheksdienst“.
(Quelle: Inetbib)

Tja und die anderen Kommentare – mich wundert immer, dass vor allem Lehrende aus den insgesamt im deutschsprachigen Raum zweistellig vorhandenen Studiengängen viel über OA reden aber wenig institutionell machen. Vielleicht bräuchte es dafür aber eine Diskussion, die einen ethischen Hintergrund mit einbezieht und nicht das immer gleiche Geschwurbel über die Vor- und Nachteile. Vielleicht bräuchte es auch eine Diskussion, die sich an alle Personen im Berufsstand richtet und nicht immer nur eine in Zeitschriften und Mailinglisten geführte. Das könnte mal eine Aufgabe für unsere heißgeliebte „Arbeitsgruppe ‚Bibliothek und Ethik'“ sein. Dafür müßte sich diese Arbeitsgruppe aber ein völlig neues Rollenverständnis auferlegen: das einer Steuergruppe. Das wäre allerdings bereits jetzt schon sehr angebracht.

D.h. also, lasst uns Konsequenzen ziehen. Wer OA für unendlich wichtig erklärt, kann doch einfach darauf verzichten zukünftig in nicht-OA-Zeitschriften zu publizieren. Die eigene Reputation beeinträchtigt das sicherlich nicht, aber es wäre ehrlich. Es gibt so viele schöne Blogs und wir sind ja alle große Kompetenzträgerinnen und -träger was den Umgang mit Informationen angeht. Internet haben wir ja auch irgendwie alle und wer es nicht online lesen mag, der wird sicher noch einen Drucker finden.

Also: mehr Konsequenzen ziehen, weniger jammern…

DonBib

1 Gedanke zu “Langweilige Aufregung um BIBLIOTHEKSDIENST bei De Gruyter

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