BIB sperrt bibliojobs.de ein

Ich frage mich so langsam was hier wohl gerade in unserem Berufsstand passiert. Da haben wir erst die Geschichte um „BIBLIOTHEKSDIENST erscheint bei De Gruyter“, dann eine höchst merkwürdige – politisch motivierte!!! – „Entgegnung“ auf den Artikel „Zwischen Bibliothekaren und Bücherwürmern“ von Shaked Spier und jetzt lese ich:

Exklusiv: Auswertung für BIB-Mitglieder Exklusiv: Auswertung für BIB-Mitglieder

Arbeitssuchende, die nicht BIB-Mitglieder sind, können für die Stellensuche direkt auf die wichtigsten Quellen zugreifen. Der Berufsverband wertet die genannten Quellen außerdem regelmäßig nach relevanten Anzeigen aus.
Die Ergebnisse der Recherchen stehen ab 16. Juli 2012 ausschließlich BIB-Mitgliedern zur Verfügung, die mit ihren Beiträgen die aufwendige Auswertungsarbeit finanzieren.
(Mitglied werden: Studierende und Auszubildende profitieren vom günstigen Appetizer-Tarif) .
(Quelle: BIB: bibliojobs)

Was passiert denn hier gerade???

Nachtrag: zur besseren Darstellung wurde noch ein Bild eingefügt

bald nicht mehr frei sichtbar

Die „Leistung“ dieser „aufwendigen Auswertungsarbeit“ wird doch sowieso erbracht und jetzt sperren wir schon bestehende Daten ein? Wo bleibt denn nun unsere heiß geliebte Arbeitsgruppe ‚Bibliothek und Ethik‘? Macht mal was!

Wer bis dahin ein bißchen Wind machen möchte, der schreibe doch bitte seine Meinung an: bibliojobs@bib-info.de

DonBib

6 Gedanken zu “BIB sperrt bibliojobs.de ein

  1. Nun, soweit ich http://www.bib-info.de/verband/publikationen/aktuell.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1618&cHash=da9a2c9ec8 verstehe, steckt da noch einiges an Prüfungsabeit, Rückfragen und sonstiger Aufbereitung dahinter, diese Personalkosten müssen natürlich finanziert werden. Viel kritischer sehe ich jedoch, daß arbeitslose Nicht-BIB-Mitglieder EUR 40 Jahresbeitrag aufbringen müssen, um als Mitglied an diese tabellarische Übersicht zu gelangen (Quelle: http://www.bib-info.de/mitgliedschaft/mitgliedsbeitraege.html, 2. Spalte). Wenn man bedenkt, wie knapp Arbeitslosengeld, Hartz-IV-Geld usw. bemessen sind, ist das eine Summe, die einfach nicht übrig ist. Ich hätte von meinem Berufsverband wirklich erwartet, daß diese Auswertung allgemein zugänglich bleibt und jemand, der über diese Quelle eine Arbeit gefunden hat, sich daran erinnert und dann – mit entsprechendem Salär ausgestattet – in den BIB eintritt. So ist das Ganze keine gute Werbung und Stellensuchende werden sich zu anderen Ufern aufmachen.

  2. Soweit ich weiß, wurde diese Liste vor vielen, vielen Jahren aufgebaut von engagierten Studenten des Bibliothekswesen. Vorrangiges Ziel war es, den Berufseinstieg zu erleichtern bzw. das mühsame Suchen nach Stellenausschreibungen beim Arbeitsamt … zu ersparen.
    (Damals war das Internet noch nicht so ausgebaut :-)) Die Listen wurden per Post, gegen einen Umkostenbeitrag, an die Arbeitssuchenden verschickt. Einige Zeit später versendete man die Listen per Mail. Die Verantwortlichen wechselten im Laufe der Jahre. Irgendwann wurde eine einfache Internetplattform aufgebaut, die dann für alle Interessenten frei einsehbar war. Auch die Benachrichtigung per Mail, wenn mal wieder eine neue Stellenausschreibung veröffentlicht und frisch in die Liste aufgenommen worden ist, war irgendwann kostenfrei abonnierbar. Die virtuelle „Lagerfläche“ der Liste wechselte, wie auch die Verantwortlichen, die die Liste aktualisierten. Irgendwann war sie beim Berufsverband gelandet. An sich logisch. Die Kommerzialisierung dieser Liste scheint eine logische Entwicklung. Wie scheinbar überall, mag man denken und das gelassen abtun.
    Ich persönlich bedauere das.Bereits vor 25 Jahren hatte ich als Student nicht den Eindruck, das ich vom bibliothekarischen Berufsverband wirklich praktische Unterstützung erhalte. Heute habe ich immer noch den Eindruck, das sich nichts geändert hat. Wieder werden den Neueinsteigern / Blockaden aufgebaut. Hier hätte ich zumindest erwartet, dass der Berufsverband – eingedenk der Historie dieser Liste – den Studenten den Zugang kostenlos zugesteht. Peinlich, nein, hier ist der Wunsch nach finanziellem „Gewinn“ (Mitgliedsbeiträge) größer gewesen. Der Imageschaden ist ja nur kurzfristig. Wer erinnert sich noch in 1 – 2 Monaten daran …
    Schön ist, das sich der Kreislauf wieder schließt. Gerade habe ich gelesen, das Studenten über die Realisierung einer „openbibliojobs“-Liste nachdenken. Ich kann nur sagen, ich drücke ihnen die Daumen, das es klappt!

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