„Wissen trifft“ Wirklichkeit – Rassismus und eine Kultureinrichtung

Die Diskussion um die Stadtbibliothek Hans Fallada in Greifswald ist noch voll im Gange (*Ultrà Biblioteka* berichtete), da tut sich eine neue schwerwiegende Diskussion auf. Diesmal trifft es die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder). Der Blog „Lauter Bautz’ner“ berichtet in einem unbedingt lesenswerten Artikel „Rassismus und eine Kultureinrichtung“ über die unreflektierte Erfüllung des, auch im Code of Ethics des BID beständig hochgehaltenen, „Kunden- bzw. Kundinnenwunsches“ und den entsprechenden Folgen.

Im Ergebnis bedeutete dies hier die widerspruchslose Beschaffung eines rassistischen Werkes:

Zum Beispiel Udo Ulfkotte. Von diesem Vertreter seiner Zunft gibt es gleich vier Bücher im Bestand der Bibliothek. Sein neuestes Werk trägt den viel versprechenden Titel: „Albtraum Zuwanderung“. Und es trieft nur so vor rassistischen Ressentiments gegen alles, was nicht christlich oder deutsch oder beides zusammen ist. Unter anderem wünscht sich der Autor die „Kasernierung und Deportation vagabundierender krimineller Roma“.
(Quelle: Lauter Bautz’ner)

Begründet wurde die Anfrage mit einer vor Nationalismus triefenden und mit einem Verweis auf eine rechtspolulistische Zeitung, die Junge Freiheit, befütterte Email:

Nun komme ich zu meiner Bitte. Der eben genannte Udo Ulfkotte veröffentlichte letztes Jahr das Buch „Albtraum Zuwanderung“. Darin wird abermals und noch deutlicher beschrieben, welche finanziellen Ausmaße Deutschland die (Nicht-)Integration von arbeitslosen Ausländern kostet. Dieses Buch wurde unter anderem auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Siehe: http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M55ee33f54ab.0.html?&tx_ttnews%5Bswords%5D=ulfkotte
(Quelle: Lauter Bautz’ner)

Im Resümee heisst es:

Demokratische Vielfalt, nicht nur diejenige auf irgendwelchen Positionsapieren, kann durch die unverantwortliche/naive Haltung des Bibliothekswesens gegenüber seinen sozialen und politischen Umfeldern leicht in eine undemokratische Richtung kippen. Das passiert nämlich genau dann, wenn Nazis die bibliothekarische Lethargie als Spielwiese für ihre menschenverachtende Ideologie erkennen und missbrauchen. Aber es müssen natürlich nicht immer plakative Neonazis sein, die sich ihren ganz eigenen Handbestand in der Bibliothek aufbauen. Auch ganz gewöhnliche Bürger einer Stadt können solche Medien nutzen, um sich rein fachlich gegen eine Unterbringung von asylsuchenden Menschen in Stellung zu bringen.
(Quelle: Lauter Bautz’ner)

Der Artikel findet sich vollständig hier: KLICK MICH

DonBib 

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