Der Gebrüder-Grimm-Gedächtnis-Dutt in Bronze

für das schönste Katalogisat des Jahres geht an: einen unbekannten Künstler aus Frankfurt oder Leipzig.

Unabhängig von meiner Begeisterung für die Person Ranga Yogeshwar, dem ich durch unzählige Sendungen von Quarks & Co gefolgt bin und dessen Fähigkeit Begeisterung für Wissen medial zu transportieren ich für unbezahlbar halte, verkommt die Karl-Preusker-Medaille zu einem billigen Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Während die ersten Preisträgerinnen und Preisträger einem Statut folgend ausgezeichnet wurden, das noch etwas weitergehend formuliert war:

Von 1996 – 2009 verlieh die Deutsche Literaturkonferenz alljährlich die Karl-Preusker-Medaille an Personen und Institutionen, die den Kulturauftrag des Bibliothekswesens wirkungsvoll gefördert und sich auf dem Gebiet der Literatur, des Verlagswesens, des Buchhandels, der Öffentlichen Bibliotheken ausgezeichnet hatten. Die Medaille war eine ideelle Auszeichnung und nicht mit einer finanziellen Zuwendung verbunden.
(Quelle: Deutsche Literaturkonferenz e.V.)

weichte der BID dieses Statut nach Übernahme der Preisauslobung auf:

Bibliothek und Information Deutschland e.V. lobt alljährlich die Karl-Preusker-Medaille aus, mit der eine Person oder Institution ausgezeichnet wird, die den Kultur- und Bildungsauftrag des Bibliotheks- und Informationswesens fördert und unterstützt.
(Quelle: BID)

Nur so konnte es geschehen, dass im vergangenen Jahr, als Treppenwitz der Bibliotheksgeschichte, mit Horst Köhler ein Mann ausgezeichnet wurde, der über Jahrzehnte an den Schaltstellen jener Ort arbeitete, die Mitverantwortung für jenes Chaos tragen das wir „Finanzkrise“ nennen und somit größtmöglichen Schaden in bibliothekarischem Sinnen anrichtete.

Entgegen der öffentlichkeitswirksamen Verflachung bibliothekarischer Belange, was offensichtlich ein zentrales Anliegen des BID ist, möchte ich mich dafür aussprechen insgesamt zwei Preise zu verleihen. Einerseits können in der Öffentlichkeit stehende Bibliotheken fördernde Personen für dieses Engagement ausgezeichnet werden, wie eben Ranga Yogeshwar, und andererseits kann man zum Ursprung der viel klarer gefassten Vergabestatuten der Karl-Preusker-Medaille zurückkehren und verdiente Kolleginnen und Kollegen auszeichnen, wie es in den Anfangsjahren auch geschah.

Oder aber wir verleihen doch den Gebrüder-Grimm-Gedächtnis-Dutt in Bronze.

DonBib

 

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