Einmal peinlich zum mitlesen bitte

Frisch aus Wien zurück lag die aktuelle Ausgabe der BuB im Briefkasten. Beim traditionellen Sonntag-Morgen-Bad führte ich sie mir dann querlesend zu Gemüte. Dabei begegnete mir erneut die Studie „Leseförderung und Wirkungsforschung (LeWi)“. Maßgeblich daran beteiligt ist Frau Prof. Ute Krauß-Leichert von der HAW.  Im Artikel mit dem Titel „Welche Wirkungen haben Leseförderungsaktionen Öffentlichen Bibliotheken“ sollen nun erste Studienergebnisse vorgestellt werden.

Was Frau Krauß-Leichert uns hier verspricht ist nichts anderes als etwas worauf wir in Öffentlichen Bibliotheken seit langem warten: wir können endlich belegen, dass wir gut und wichtig sind. Wer sich nun der Hoffnung hingibt, nach der großen Ankündigung würde ein ausführlicher Beweis folgen, der sollte direkt nach der Überschrift aufhören zu lesen – andernfalls folgt eine große Enttäuschung. Dabei ist das methodische Problem der Studie sogar bekannt: es gibt keine Kontrollgruppe! Auch das Umfeld wird kaum dargestellt. Der Fragebogen wurde während der Befragung noch angepasst, also verändert. Wie entsteht dann Vergleichbarkeit? Ist das das vorliegende Meßsammelwerkt mit dem hochtrabenden Namen „Studie“ überhaupt Wirkungsforschung?

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang, dass ich mit Anderen schon bei der Vorstellung dieser „Studie“ auf dem diesjährigen Bibliothekstag in Hamburg eine weltrekordverdächtige Menge an Stirnrunzeln erzeugt habe. Auch kann ich mich daran erinnern, dass Karsten Schuldt mit seiner Nachfrage bereits den Wirkungsforschungsansatz – salopp formuliert – im Boden versenkte. Warum wurde daraus nicht gelernt? Zur Schwierigkeit der Wirkungsforschung, seiner Grundlagen, Ziele und Ansätze, hat Karsten Schuldt schon vor über einem Jahr einen sehr sehr lesenswerten Blogbeitrag verfasst.

Ich komme insgesamt nicht drum herum den beteiligten Fachbereich der HAW als blamiert anzusehen.

DonBib

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