Bewerbungsgespräche in Bibliotheken

Bewerbungsgespräche in Bibliotheken

Oder: wie vergrault man möglichst effektiv den Nachwuchs

Nachdem ich nun ein ganzes Jahr quer durch das Bibliothekswesen dieses Landes getingelt bin, wird es Zeit mal ein Resümee zu ziehen. Fangen wir also mit den Einrichtungen bei denen ich zur Vorstellung war an, damit man sehen kann, an wen sich das Nachfolgende richtet:

  • Stadtbibliotheken * 4
  • Spezialbibliotheken * 3
  • Unibibliotheken * 2

Geographisch gesehen erstreckten sich die Bewerbungsgespräche von Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein über Nordrhein-Westfahlen bis hin zu Sachsen-Anhalt – kurz gesagt fast das ganze Land. Die Art der Erfahrungen reichte dabei von Bewerbungsgesprächen und Bewerbungsverfahren, die hoch professionell waren, bis hin zu Frechheiten, Unverschämtheiten und Gesprächen, die die Intelligenz jeder und jedes Befragten beleidigten.

Dabei sollte man sich zu Beginn mal fragen: Wozu gibt es Vorstellungsgespräche?
Sind Vorstellungsgespräche nicht der perfekte Moment um die Person gegenüber kennenzulernen? Oder fragt man standardisiertes Fachwissen ab?

Meine Erfahrung bisher: je weiter es in Richtung Unibibliothek ging, desto unsinniger und ergebnisleerer war das Gespräch, oder kurz: völlige Zeitverschwendung. Ein paar Beispiele:

  • Welche Erwerbungsarten kennen Sie?
  • Wir haben hier vier A4-Seiten mit Fragen zu Pica-Modulen  – können wir loslegen?
  • Hier haben Sie ein norwegisches Buch, wie würden Sie das katalogisieren?

Wenn man diese Fragen dann gehört hat, fragt man sich wozu man vier Jahre studiert hat, wozu man da hingefahren ist, ob die nichts fragen wollen was mit mir als Person zu tun hat, denn meine Qualifikationen können sie doch in der Bewerbung nachlesen. Wenn denn die Bewerbung gelesen wurde und nicht bei den Fragen raus kommt, dass das bereits im Bewerbungsschreiben beantwortet wurde, dass man dieses und jenes noch nicht kennt. Da drängt sich einem dann die Frage auf, ob Unibibliotheken einfach nur strikte Fließbandarbeiterinnen und -arbeiter wollen und ob dabei dann tatsächlich das Gehalt eines studierten Menschen nötig ist.

Denn machen wir uns nichts vor: zum Katalogisieren muss niemand studieren!

Im Gegensatz zu den Gesprächen an den beiden Unibibliotheken, waren die Gespräche in den Spezialbibliotheken wesentlich  interessanter – zum Teil. Auch dort begegnete ich sinnlosen Fragen wie:

  • Was verstehen Sie unter Führung?
  • Sind Sie teamfähig?
  • Haben Sie Erfahrungen mit: … (hier werden dann Dinge abgefragt, die im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf schon benannt wurden bzw. negiert wurden).

Man fragt sich: wozu schreiben wir denn Bewerbungsschreiben, wenn sie die wenigsten Einrichtungen lesen?
In den Spezialbibliotheken habe ich aber auch erste Erfahrungen mit besseren Gesprächen gemacht, also Gesprächen die deutlich länger waren als 30 Minuten – bis hin zu 75 Minuten – und dann über die dümmlichen und zumeist in Unibibliotheken gestellten Fragen hinaus ging.

Den Gipfel der unsinnigen Fragen erlebte ich aber in den Öffentlichen Bibliotheken, allerdings auch das professionellste aller Bewerbungsverfahren. Ein paar Beispiele:

  • Nennen Sie drei Werke die aktuell auf der Bestsellerliste stehen!
  • Können Sie sich vorstellen mit Kindern zu arbeiten?
  • Wie gehen Sie mit schwierigen Kunden um?

Oder Aussagen wie:

  • Sie sollen hier nicht zu viel verändern, sondern nur in die großen Fußstapfen ihrer Vorgängerin treten.

Warum werden Fragen gestellt, bei denen die Antwort schon vorweg klar ist, z.B.:

Sind sie teamfähig?  – Was soll denn die negative Antwort sein? – „Nein, ich hasse Menschen, deswegen möchte ich gerne in der Auskunft einer Öffentlichen Bibliothek arbeiten“.

oder

Können sie sich vorstellen mit Kindern zu arbeiten? – „Nein, ich hasse alle Kinder dieser Welt, deswegen habe ich mich ja für diese Position der Betreuung der Kinder- und Jugendbibliothek beworben.“

Mein Resümee: 80% der Vorstellungsgespräche waren angefüllt mit sinnlosen Fragen, die keinerlei Mehrwert für die Fragenden ergeben können. Ein großer Teil der Fragen beschäftigt sich mit Grundkenntnissen der grundlegenden Standardwerke für das 1. – 2. Semester des Studiums (welche Erwerbungsarten kennen Sie). Ein Teil der Fragen ist schlicht sinnlos (nennen sie drei Titel der aktuellen Bestsellerliste), denn mit ihnen lässt sich weder das Können noch das Wissen der vor einem sitzenden Person beurteilen, nicht einmal der Charakter. Ein Teil der Fragen ergeben Standardantworten!

Was möchte ich also? Da gebe ich jetzt ein Bewerbungsverfahren nach außen, das mich überzeugt hat, das hochprofessionell war und der sich bewerbenden Person volle Aufmerksamkeit schenkte.

Die Stadt Lauenburg!

Hier wurden eine Woche nach Bewerbungsschluss persönlich die wenigen Bewerberinnen und Bewerber für die man sich interessierte eingeladen. Eine Woche später fand ein Vorstellungsgespräch statt, das sich ganz mit der Person, also dem Charakter und den Ansichten der Person beschäftigte. Damit konnte die Stadt überprüfen, ob die Bewerberin oder der Bewerber in das Profil der Stadt passte. Zwei Tage nach dem Gespräch fiel die Entscheidung. Insgesamt dauerte das Verfahren 2,5 Wochen!!! Zum Vergleich: eine nicht weiter zu benennende Bibliothek in Leipzig brauchte über sechs Monate, ebenso eine in Berlin!

Meine Aufforderung:

  • machen Sie sich Gedanken – vor dem Gespräch und den Einladungen – wen Sie wirklich wollen und kommunizieren Sie dies. Bewerbungsverfahren mit einer Dauer über zwei bis drei Monate haben nichts mit der Vielzahl der Bewerber zu tun, sondern mit ineffektivem Arbeiten!
  • Beschäftigen Sie sich mit dem Menschen, reine Katalogisiererinnen und Katalogisierer werden Sie immer finden, gute Bibliothekarinnen und Bibliothekare nicht.

DonBib

PS Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr / Sie mir die eigenen Erfahrungen schildern könntet / könnten – vielleicht hatte ich ja nur Pech?

PPS Bitte nie wieder Bewerbungsfotos stempeln oder die Bewerbungsmappe tackern!

9 thoughts on “Bewerbungsgespräche in Bibliotheken

  1. bumsonseats

    Gute Frage: Wozu gibt es Vorstellungsgespräche? Ich kann sehr gut verstehen, warum Sie so frustriert sind.

    Wie wuerden Sie vorschlagen, Bewerber miteinander zu vergleichen, wenn nicht standardisierte Fragen benutzt werden? Natuerlich waere es schoen, wenn man wegen seiner Persoenlichkeit eingestellt wuerde, aber das passiert nur sehr selten (und dann oft im Verkaufsbereich).
    Vergessen Sie auch nicht, dass die Menschen, die Ihnen im Vorstellungsgespraech gegenueber sitzen vielleicht (wahrscheinlich) nie gelernt haben, ein ordentliches Vorstellungsgespraech zu fuehren und daher nur eigene (oft aehnlich den Ihren) Erfahrungen nutzen. Klar, das ist nicht gut, aber oft der Fall. In Stadtbibliotheken finden Sie oefter mal einen Kurs fuer Mitarbeiter, die Vorstellungsgespraeche fuehren; in Unis werden Sie oft von Menschen interviewt, die nichts mit der Bibliothek zu tun haben.

    Ja, leider ist es oft der Fall, dass Ihre Bewerbung nur ueberflogen wurde, aber waere es nicht einfacher fuer Sie, dann Ihre Qualifikationen einfach nochmal hervorzuheben statt zu erwarten, dass man Sie naeher kennenlernen moechte? Bei Vorstellungsgespraechen geht es leider immer noch um Qualifikationen, die nachweisbar sind und nicht um Ihre Persoenlichkeit, sorry. Bringen Sie Ihre Persoenlichkeit in jede Antwort, fragen Sie Fragen, die hervorheben, wer Sie sind und wofuer Sie stehen. Man kann Leute dadurch auch zwingen, Sie in kurzer Zeit kennenzulernen.

    Und wenn Sie wirklich wieder an eine Bibliothek kommen, wo man offensichtlich unorganisiert ist und sich nicht vorbereitet hat – seien Sie froh, dort nicht zu arbeiten. Viel Glueck bei der Jobsuche!

  2. A.K. (@custoditrix)

    Tja eine mutige Analyse, habe dann gleich mal überlegt, was ich eine Bewerberin gefragt habe.. ja, ich habe auch Wissen abgefragt, denn es war an verschiedenen Stellen solches gefragt. Es ging sogar um Erwerbung ;:) allerdings sollten die Bewerber aus ihrer Sicht mal so einen Vorgang erklären (kurzer Vortrag), dabei kamen die verschiedensten Aspekte heraus und dann wurde vertieft..durch nachfragen. Was dabei besonders herauskam, waren dann aber nicht nur die faktischen Ergebnisse, sondern eben ein Spektrum und ein Umgang mit Themen. Hier sollte ja jemand eher ein Allrounder sein, der in der Lage ist, mit verschiedenen Fachfragen fachlich gut umzugehen und das in einer eher ungewöhnlichen Situation einer nicht vorhandenen Logistik.
    Ich glaube, das wollte ich wissen und habe das auch herausbekommen und meine Mitarbeiterin ist top.
    Also fragen muss man wohl was. Man muss auch auf die Verhältnisse im Team hinweisen, also ob man eher viel Kundenkontakt oder mehrere Kollegen erwarten darf oder eben eine Tätigkeit fast alleine..und ganz wichtig ist, die Spielräume zu vermitteln. Klar ist es schlimm, wenn Chefs durchblicken lassen, dass sie keine Innovatoren wollen, aber sein Sie froh, wenn Sie es wenigstens sagen. Übrigens gibt es auch einen klaren Bedarf an Katalogisierern.. die auch nicht nur katalogisieren, sondern sich da mit Verbünden, Bibliothekssystemen und diesem Sums auseinandersetzen müssen, das kann! auch nicht jeder (ertragen). Tja, diese Wartezeiten oder die Briefe alla „zur Entlastung senden wir Ihnen zurück“ finde ich auch äußerst unangenehm, aber andererseits: auch der Bewerber soll bewerten und überlegen sich zurecht, in was für einem Laden sie arbeiten wollen – oder besser nicht. Manche Einrichtungen vergessen das.

  3. librarymistress

    Eine meiner „Lieblings“-Fragen bei bibliothekarischen Bewerbungsgesprächen war bisher: „Was haben Sie denn für Visionen für unsere Bibliothek?“ Ich hätte am liebsten gesagt: „Leute, ich bewerbe mich für einen schlecht bezahlten Maturantenposten in der untergeordneten Ebene – um DAS Geld hab ich keine Visionen“ 😉

  4. DonBib

    @bumsonseats

    Hinter diesen aus meiner Sicht unsinnigen Fragen steckt ja das Grundproblem, dass das Bibliothekswesen dieses Landes mittlerweile keinerlei feste Vorstellung mehr von dem hat was man können muss um Bibliothekarin oder Bibliothekar zu werden bzw. zu sein. Niemand weiß mehr so richtig, welche Kompetenzen wichtig sind. Ich sprach einiges ja schon an: Muss man zum Katalogisieren studieren? Müsste das Thema der z.B. Formalerschließung nicht völlig neu diskutiert werden? Was ist mit Kompetenzen im pädagogischen Bereich? Fast alle Bibliotheken führen Klassenführungen durch oder Informationskompetenzschulungen und bezeichnen diese als professionell, doch kaum jemand hat tatsächlich die Kompetenzen dafür erworben.
    Aus diesem Mischmasch aus fehlenden „Kompetenzbildern“ und Oberflächlichkeit ergibt sich mein Ärger. Aber trotzdem danke für die Anregung und Aufmunterung 🙂

    @A.K. (@custoditrix)

    Es gibt auch immer wieder gute Vorstellungsgespräche, auch mit geschickten vertiefenden Fragen wie Sie sie schildern. Dem letzten ihrer Punkte muss ich absolut zustimmen: die Einrichtungen müssen sich auch im klaren sein, was für ein Bild sie in der Öffentlichkeit mit ihren Bewerbungsverfahren hinterlassen!

    @librarymistress

    Ich habe so eine Frage jetzt auch mal ganz dreist umgedreht und die Fragenden beim Vorstellungsgespräch genau in diese Richtung gefragt – war ganz witzig eigentlich 🙂

    DonBib

  5. Pingback: Nachtrag: Bewerbungsgespräche in Bibliotheken « *Ultrà Biblioteka*

  6. T. Vauh

    Als Vertreter der „Gegenseite“ versuche ich mal was dazu zu sagen:

    „zum Katalogisieren muss niemand studieren“ stimmt.
    Leider sahen das die Leute, die für die Eingruppierung nach BAT(=TVL/TVöD) bzw. Beamtenrecht verantwortlich waren, anders. Somit wird jeder Personalverantwortliche in einer Bibliothek den Begriff „Katalogisierung“ verwenden, wenn er jemanden so eingruppieren will, dass er/sie nicht mit A9/E9 in Rente gehen muss. Für den BAT gilt: Sobald von „Katalogisierung“ die Rede ist, handelt es sich um höherwertige Tätigkeiten, die die Eingruppierung in eine Fallgruppe erlaubt, aus der heraus später problemloser befördert werden kann.

    Die langen Fristen nerven – aber nicht nur die BewerberInnen.
    In einer nicht besonders großen Universität sind im Normalfall mindestens folgende Akteure zugange: Bibliothek, Personalabteilung, Personalrat, Gleichstellung und ggf. Schwerbehindertenvertretung und Einrichtungsleitung. I.d.R. wird es so ablaufen, dass die Personalabteilung eine formale Bewertung vornimmt und die Bibliothek die fachliche. Wenn beide gut zusammenarbeiten habe ich am Tag nach dem Bewerbungsende drei Stapel: a) formal ungeeignet (fehlende/falsche Ausbildung o.ä), b) formal geeignet, soll nicht zum Gespräch eingeladen werden und c) soll zum Gespräch eingeladen werden. Anschließend machen die drei Stapel die obige Runde. Irgendeiner ist garantiert zur Kur, im Urlaub oder bohrt gerade in der Nase. Irgendwann hat man sich dann geeinigt, wer eingeladen werden soll und die Einladungen gehen raus. Selbst für den Fall, dass alle da sind und alle am gleichen Strang ziehen (!) vergehen bis dahin durchaus mal 3 bis 4 Wochen.

    Die Inhalte des Vorstellungsgesprächs sind – insbesondere bei Berufsanfängern banal: das was mich interessiert, darf ich nicht fragen, was ich fragen darf, interessiert mich nicht, denn laut Papier können alle alles. Ich will in der halben bis dreiviertel Stunde rausbekommen, ob der/die BewerberIn in das Team/ die Abteilung/ die Bibliothek passt. Die fachliche Komponente ist dabei eher zweitrangig. Wenn ich BewerberInnen nach den berühmten Softskills zu fragen, wird mir das von einem der genannten Beteiligten garantiert um die Ohren gehauen. Viele KollegInnen versuchen daher mit standardisierten Fragenkatalogen („Erzählen Sie doch mal was über sich“, „Erklären Sie doch mal Ihre Abschlussarbeit“ oder die genannten Fragen) weiterzukommen.

    Spätestens nach dem letzten Gespräch wird die Bibliotheksseite wissen, wen sie gerne einstellen möchte. Aaaaber: das geschilderte Karussell dreht sich nun rückwärts, so dass es auch hier wieder eine gewisse Zeit braucht, bis der/dem BerwerberIn (der die Stelle erhält) offiziell mitgeteilt werden kann, wie es weiter geht.

    Leider verschicken Personalabteilungen die Absagen oft erst dann, wenn der Vertrag auch unterschrieben ist, um sich nicht angreifbar zu machen.

    So, bislang war das das Verfahren, wenn alle (!) Beteiligten kooperieren und halbwegs wissen was sie tun.

    Daneben gibt es dann noch die Fälle, in denen die Bibliotheksleitung – hüstel – im Gespräch eher unorthodox vorgeht, einer der genannten Beteiligten das Verfahren torpedieren will oder – was leider häufig vorkommt – die Ausschreibung nur Alibi-Charakter hat und das Ergebnis eh‘ schon feststeht. Dann werden nämlich Fragen gestellt, die eh nur eine/r beantworten kann.

    Um es noch mal zu betonen: Die Länge der Verfahren liegt in einer durchschnittlichen Bibliothek nicht am ineffizienten Arbeitsstil sondern an der oft großen Zahl der Beteiligten. Auch wenn BibliotheksleiterInnen gern einen anderen Eindruck vermitteln: sie sind in dem Bewerbungsverfahren NICHT federführend, das sind die Personalabteilungen.

  7. DonBib

    Ich freue mich, auch von der „Gegenseite“ zu hören 🙂

    Ich kann die beschriebenen Vorgänge gut verstehen und nachvollziehen, denn ich erkenne einiges aus den Jahren meiner Berufserfahrung wieder. Jetzt kommt, alles andere wäre ja verwunderlich, mein ABER: was Sie beschreiben ist exakt das was ich ineffizient nennen würde oder anders: unprofessionell. Wäre es einer Einrichtung enorm wichtig wer da jetzt kommt, sofern man es nicht schon längst weiß und viele Bewerberinnen und Bewerber umsonst Geld, Geduld und Nerven in den Wind schießen lässt, ließe sich ein solches Verfahren enorm verkürzen. Sicher ist dabei allerdings, Sie nannten es bereits: alle müssen an einem Strang ziehen. Ich habe ja die positiven Gegenbeispiele genannt und gesehen. Es geht sowohl bei größeren als auch bei kleineren Einrichtungen auch in kürzester Zeit, wenn man denn weiß was man möchte und wenn es einem wichtig ist.

    DonBib

    PS Das es bei Universitäten lange dauert hat auch nichts mit können zu tun sondern mit wollen – aus meiner Erfahrung…

  8. lesekater

    Ich finde toll, dass diese Problematik mal hier zum Thema wird.
    Als Bibliotheksassistent (Ausbildung 1988) mit über 20 Jahren Berufserfahrung konnte ich einige schräge Erfahrungen auf meinen Bewerbungstouren 2007 bis 2010 sammeln.
    Es hat nicht einen einzigen Menschen wirklich interessiert mit welchen Tätigkeiten ich mich in den zurückliegenden 20 Jahren beschäftigte.
    Dass ich mich während dieser Zeit mit einem Weiterbildungsstudium (Wirtschafts- und Fachinformation) weiter qualifizierte, schien ebenso wenig von Interesse zu sein und hatte bis heute auch keinerlei Auswirkungen auf eine Eingruppierung in eine höhere Tarifstufe gezeigt.
    Die Fragen, denen ich mich als Bewerber konfrontiert sah lauteten in etwa: „Können sie sich vorstellen in einem Team mit ausschließlich jüngeren Kolleginnen zusammen zu arbeiten?“ „Trauen sie sich das zu?“ „Wie reagieren sie bei Konfrontation mit schwierigen Nutzern?“ Woran erkennen sie eine Zeitschrift?“ etc.

    Diese Erfahrungen und Geschichten lassen einen nicht nur den Kopf schütteln, sondern Thomas-Bernhard-Hasstiraden auf Beamtenapparate und Verwaltungen (in sich hinein) herausbrüllen.
    Ein Wunder, wenn man dann trotzdem irgendwann eine Stelle findet.

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